Die Wintersaison 2025/26 entwickelt sich traurigerweise zu einem der tödlichsten Lawinenwinter der vergangenen Jahre. In Europas Gebirgen – insbesondere in den Alpen – sind seit Saisonbeginn bereits mehr als 120 Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen. Damit liegt die aktuelle Saison deutlich über dem Durchschnitt und zählt zu den gefährlichsten der letzten Dekade.
Nach aktuellen Daten des European Avalanche Warning Service (EAWS) wurden die meisten Todesfälle in den italienischen Alpen (33) registriert, gefolgt von Frankreich (31) und Österreich (29). Deutschlands Wintersportregionen blieben laut EAWS bislang ohne Lawinenopfer, allerdings scheint die Statistik hier fehlerhaft, denn im Februar starb ein 46-jähriger Skitourengeher am Iseler bei Oberjoch. Insgesamt wurden von EAWS bislang 127 Lawinentote in Europa verzeichnet.
Die aktuelle Saison sticht dabei leider deutlich hervor: Nur im sehr schneereichen Winter 2017/18 gab es mit 147 Todesopfern noch mehr Lawinenopfer in Europa. Die laufende Saison ist allerdings auch noch nicht beendet – ein weiterer Anstieg der Zahlen ist wahrscheinlich.
Bereits fast den gesamten Winter warnten Lawinenforscher und Bergrettungen zu Vorsicht abseits der gesicherten Pisten. Eine schwache Altschneeschicht begleitete die Lawinenwarndienste seit Monaten, viele Lawinen lösten sich in bodennahen Schichten und wurden mittelgroß bis groß, so dass die Verschüttungsgefahr enorm war. Auch vereinzelte Phasen mit Starkschneefall und somit großen Neuschneemengen in kurzer Zeit sorgten für eine große Lawinengefahr im Winter 2025/26. Zudem hält der Trend zum Freeriden und Skitourengehen weiter an – die Zahl der Wintersportler, die sich nicht mehr auf den gesicherten Pisten, sondern abseits davon bewegen, wächst weiter an. Auch der Klimawandel hat Auswirklungen auf die Lawinenereignisse in den Alpen, so eine Studie der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).
Lawinenwarndienste und Bergrettung rufen weiter eindringlich zur Vorsicht auf. Besonders abseits der Pisten sei eine sorgfältige Tourenplanung, aktuelle Lawinenlageberichte sowie entsprechende Sicherheitsausrüstung unerlässlich.