Cookie Consent by Privacy Policies website Neue Weltcup-Abfahrt in Zermatt in der Diskussion
In Zermatt sollen bald Ski-Weltcuprennen austragen werden © Christian Schartner

Neue Weltcup-Abfahrt in Zermatt doch kürzer als geplant

24.08.2021
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Kritische Stimmen zum Projekt

Sie sollte die längste Weltcup-Abfahrt der Saison werden, doch daraus wird nichts. Wie der Schweizer "Blick" berichtet, hat Abfahrtslegende Didier Défago, der für die FIS die Strecke designt, die Strecke um einen knappen Kilometer gekürzt.

Zu lang, zu gefährlich?

Ursprünglich sollte die Strecke, die am Klein Matterhorn auf knapp 4000 Meter Höhe beginnen soll und auf italienieschem Boden auf ca. 2800 Metern endet, fast fünf Kilometer lang sein. Damit wäre sie die längste des Weltcup-Zirkus gewesen. Défago im "Blick": "Ich habe die Piste um gut 1000 Meter gekürzt, wir werden eine Fahrzeit von ungefähr 2 Minuten 20 Sekunden erreichen."


Zuvor hatte es Kritik an der neuen Abfahrt gegeben. Weltcup-Ass Beat Feuz (SUI) kritisierte die große Windanfälligkeit in der Höhe und dem Gelände, Felix Neureuther (GER) stellte die Nachhaltigkeit in Frage, Kitzbühel-Sieger Dominik Paris (ITA) befürchtet, dass sich die langen Gleitstücke in der großen Höhe negativ auf die Sicherheit der Fahrer auswirken.


Im Blick reagiert Franz Julen, Verwaltungsrats-Präsident der Zermatt Bergbahn AG, entspannt auf die Krtik. Der November, in dem das Rennen stattfinden soll, sei wettermäßig meist stabil. Fehlende Nachhaltigkeit könne er auch nicht erkennen, denn für die neue Weltcup-Piste würden weder Bäume gerodet, noch größere Anpassungen vorgenommen - auf 95% der Strecke würden heute schon Touristen unterwegs sein.


Défago kontert auch die Berfürchtungen bezüglich der langen Gleitstücke: Es stimme nicht, dass diese Piste viele kräfteraubende Gleitstücke beinhaltet. Das Gleitstück betrage nur ungefähr 15 Fahrsekunden und sei damit kürzer als in Kitzbühel oder in Beaver Creek, so Défago gegenüber Blick.

Zermatt im Winter 2022/2023 erstmals Austragungsort

Die Rennen am Matterhorn wären die ersten grenzüberschreitenden in der Geschichte des Weltcups – mit Start und Ziel in unterschiedlichen Ländern. Der Start der Männer-Abfahrt befindet sich auf Gobba di Rollin (3'899 m ü. M.) in der Schweiz, das Ziel auf Laghi Cime Bianche (2'814 m ü. M.) in Italien. Die Abfahrt wäre damit die höchstgelegene der Welt.


Die Pläne der Projektverantwortlichen unter der Führung von FISI und Swiss-Ski sehen vor, dass Speed-Rennen für die Frauen und Männer am Fuße des Matterhorns jeweils an zwei Wochenenden Ende Oktober/Anfang November zur Austragung gelangen sollen – Testrennen 2022 und im bestmöglichen Fall Speed-Rennen erstmals 2023. Zwischen Mitte Oktober (Weltcup-Auftakt in Sölden) und Mitte November finden bislang keine Weltcup-Rennen statt, es würde folglich kein bestehender Austragungsort konkurrenziert werden.


FISI-Präsident Flavio Roda erklärt: "Dies ist nicht primär ein Projekt von zwei Ländern, sondern eine Chance für die gesamte Ski-Welt. Schliesslich bietet es die grosse Möglichkeit, künftig ein internationales Weltcup-Speed-Opening abzuhalten. Der italienische Wintersport wird alles daransetzen, seinen Teil dazu beizutragen."


"Die Rennen am Matterhorn brächten für den Skisport zahlreiche Vorteile. Einerseits könnte die Lücke zwischen dem Weltcup-Start in Sölden und den ersten Speed-Rennen verkürzt werden, andererseits würden sich für die Speed-Athletinnen und -Athleten aus aller Welt im Vorfeld beste Trainingsmöglichkeiten im Herzen der Alpen ergeben", ergänzt Urs Lehmann, Präsident von Swiss-Ski.

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